Akademie-Lektion

Chartdarstellung und Zeiteinheiten richtig lesen

Diese Lektion erklärt, welche vier Preise eine Kerze zeigt, welche Information beim Verdichten verloren geht und warum Zeiteinheit und Zeitzone zur Beobachtung gehören.

Ein Chart ist eine Zusammenfassung

Eine Kerze oder ein Balken verdichtet alle Transaktionen eines Intervalls auf vier Zahlen: Eröffnung, Hoch, Tief und Schluss. Die CME-Group-Lehrunterlage beschreibt genau diese vier Werte als Inhalt eines Balken- oder Kerzencharts; der Körper zeigt Eröffnung und Schluss, die Dochte zeigen die erreichten Extreme.

Was in dieser Darstellung nicht enthalten ist, lässt sich auf derselben Zeiteinheit auch nicht prüfen:

  • die Reihenfolge, in der Hoch und Tief erreicht wurden;
  • wie oft der Kurs innerhalb des Intervalls die Richtung gewechselt hat;
  • wie lange der Kurs an einem Extrem war;
  • mit welchem Umsatz einzelne Bereiche gehandelt wurden.

Daraus folgt eine praktische Regel: Wenn deine Beschreibung einer Beobachtung von der Reihenfolge innerhalb einer Kerze abhängt, brauchst du eine feinere Auflösung – und musst diese Auflösung auch in der späteren Auswertung verwenden.

Zeitbasiert oder handelsbasiert

Charts können ein neues Element nach einer festen Zeitspanne oder nach einer festen Anzahl Transaktionen erzeugen. Zeitbasierte Charts liefern gleichmäßige Intervalle unabhängig von der Aktivität. Handelsbasierte Charts erzeugen in aktiven Phasen schneller neue Elemente und in ruhigen Phasen langsamer.

Beide Varianten beschreiben dieselben Transaktionen unterschiedlich. Eine Beobachtung, die auf der einen Darstellung eindeutig wirkt, kann auf der anderen nicht reproduzierbar sein. Notiere deshalb immer, welche Darstellung du verwendet hast.

Drei Angaben, ohne die eine Beobachtung wertlos ist

  1. Zeiteinheit und Darstellungsart – zeitbasiert oder handelsbasiert, mit konkretem Intervall.
  2. Zeitzone der Darstellung und der eigenen Notizen – weichen sie voneinander ab, verschieben sich Sessiongrenzen und Ereigniszeiten unbemerkt.
  3. HandelskalenderHandelskalender Der Handelskalender eines Handelsplatzes nennt Feiertage, verkürzte Handelstage und Auktionszeiten – sie erzeugen Lücken und ungewöhnliche Intervalle. und Handelszeiten des Handelsplatzes – Feiertage, verkürzte Handelstage und Auktionszeiten erzeugen Lücken und ungewöhnliche Intervalle. Die Deutsche Börse veröffentlicht den Handelskalender für Xetra separat; er ist die Quelle für die eigenen Notizen, keine Annahme.

Skala mitschreiben

Eine lineare Skala stellt gleiche absolute Veränderungen gleich groß dar, eine logarithmische Skala gleiche prozentuale Veränderungen. Über längere Zeiträume ergeben beide deutlich verschiedene Linien. Eine eingezeichnete Linie oder Zone ist ohne Angabe der Skala später nicht reproduzierbar.

Übung ohne Speicherung

Öffne eine Kursdarstellung deiner Wahl und schreibe auf Papier auf: Instrument, Handelsplatz, Darstellungsart, Intervall, Zeitzone der Darstellung, Zeitzone deiner Notiz, Skala und den nächsten aus dem Handelskalender bekannten Sondertag. Erst wenn alle acht Angaben stehen, beschreibst du eine einzige Beobachtung in einem Satz – ohne Aussage darüber, was als Nächstes passiert.

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Allgemeines Risiko

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