Akademie-Lektion

Marktstruktur mit objektiven Regeln markieren

Diese Lektion zeigt, wie Swingpunkte nach fester Regel bestimmt werden, warum ihre Bestätigung verzögert eintritt und wie eine nachvollziehbare Struktur entsteht.

Zuerst die Punkte, dann die Struktur

Streit über Trenddefinitionen entsteht selten an der Definition selbst, sondern an den Punkten, aus denen sie besteht. Deshalb wird zuerst festgelegt, was als Hoch- oder Tiefpunkt zählt.

Eine prüfbare Form lautet: Ein Swinghoch liegt vor, wenn das Hoch einer Kerze höher ist als die Hochs der n Kerzen davor und der n Kerzen danach. Für Swingtiefs gilt die Regel spiegelbildlich. Der Wert n ist dein Parameter; er wird einmal festgelegt und danach nicht mehr verändert.

Bestätigung braucht Zeit

Aus der Regel folgt unmittelbar: Ein SwingpunktSwingpunkt Ein Swingpunkt ist ein nach fester Regel bestimmtes lokales Hoch oder Tief; seine Bestätigung tritt erst mit Verzögerung ein. ist erst n Kerzen nach seinem Auftreten bestätigt. Wer beim Auswerten Punkte verwendet, die zum Entscheidungszeitpunkt noch nicht bestätigt waren, arbeitet mit Wissen aus der Zukunft und erzeugt eine Beschreibung, die sich in Echtzeit nicht wiederholen lässt.

Notiere deshalb in jeder Beobachtung nicht nur den Swingpunkt, sondern auch den Zeitpunkt seiner Bestätigung.

Strukturbedingungen aus der Punktfolge

| Struktur | Bedingung mit bestätigten Punkten | Ende der Bedingung | |---|---|---| | Aufwärts | letztes Hoch höher als das vorherige und letztes Tief höher als das vorherige | ein bestätigtes Tief unterschreitet das vorherige Tief | | Abwärts | letztes Tief tiefer als das vorherige und letztes Hoch tiefer als das vorherige | ein bestätigtes Hoch überschreitet das vorherige Hoch | | Keine Struktur | keine der beiden Bedingungen ist erfüllt | entfällt |

Die dritte Zeile ist kein Restposten. Wer jede Situation einer Richtung zuordnen muss, ordnet auch dann zu, wenn die Kriterien nicht greifen – und macht damit jede spätere Auswertung beliebig.

Beschreibung ist keine Prognose

Eine erkannte Struktur beschreibt vergangene Punkte. Sie enthält keine Aussage darüber, ob die Folge fortbesteht. Lehrmaterial zum Thema formuliert häufig anders: Die CME-Group-Unterlage zu Unterstützung und Widerstand spricht etwa davon, dass Kurse an früheren Hochs und Tiefs „tendenziell“ pausieren und dass eine gebrochene Unterstützung „im Allgemeinen“ zum Widerstand wird.

Solche Formulierungen sind verbreitet und beschreiben, wie Marktteilnehmer über Charts sprechen. Sie sind aber keine belegten Häufigkeiten: Ohne dokumentierten Datensatz, Zeitraum, Kostenannahme, Auswahlregeln und gezählte Ausnahmen lässt sich daraus keine Erwartung ableiten. HerzTrading übernimmt diese Aussagen deshalb ausdrücklich nicht als Tatsache, sondern nur als Beispiel für eine Behauptung, die geprüft werden müsste.

Übung ohne Speicherung

Lege n schriftlich fest. Markiere in einem historischen Ausschnitt auf Papier die letzten vier bestätigten Swingpunkte, jeweils mit Bestätigungszeitpunkt. Ordne die Struktur nach der Tabelle ein und schreibe auch „keine Struktur“ hin, wenn die Bedingungen nicht eindeutig greifen. Formuliere zum Schluss einen Satz, den eine dritte Person anhand deiner Regel überprüfen könnte.

Allgemeines Risiko

Risikohinweis und Zweck dieses Inhalts

Dieser Beitrag erklärt Begriffe und Zusammenhänge. Er enthält keine Handlungsempfehlung.

  • Keine Anlageberatung. HerzTrading ist ein Bildungsangebot. Wir kennen weder deine Vermögenslage noch deine Ziele oder deine Risikotragfähigkeit und geben keine auf dich zugeschnittene Empfehlung ab.
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  • Keine Erfolgszusage. Kein Inhalt auf dieser Seite behauptet eine Trefferquote, einen Erwartungswert oder eine erreichbare Rendite. Beobachtungen aus der Vergangenheit belegen keine künftige Wertentwicklung.
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