Wozu ein Replay dient
Ein Replay zeigt historische Marktdaten schrittweise. Es kann helfen, eine schriftliche Regel wiederholt anzuwenden, Entscheidungen zu dokumentieren und Unklarheiten im Ablauf zu finden. Es beweist nicht, dass zukünftige Situationen gleich verlaufen oder dass eine Strategie nach Kosten profitabel sein wird.
Der Nutzen liegt zuerst in der Prozessprüfung: Kann eine Person mit den zu diesem Zeitpunkt sichtbaren Daten eindeutig entscheiden? Werden gleiche Situationen nach denselben Regeln behandelt? Sind ausgelassene Versuche und Regelverletzungen nachvollziehbar?
Regeln vor dem Start einfrieren
Schreibe vor dem ersten Durchlauf eine Versionsnummer und mindestens diese Punkte auf:
- Instrument, Zeiteinheit und Handelsfenster;
- Datenquelle und verfügbare Datenebenen;
- Kontext- und Setupdefinition;
- Long- und Short-Trigger;
- Invalidierung, Orderannahme und Exit;
- Risikobudget und Abbruch für den Tag;
- Gebühren- und Slippageannahme;
- No-Trade-Bedingungen;
- Felder, die im Journal erfasst werden.
Ändert sich eine Regel, endet die alte Testversion. Die bisherigen Beobachtungen bleiben ihrer ursprünglichen Version zugeordnet. Sonst werden Ergebnisse verschiedener Regeln vermischt.
Chronologisch statt rückwärts erklären
Blende zukünftige Daten aus und bewege die Wiedergabe nur in eine Richtung. Triff die Entscheidung an der Stelle, an der sie im echten Ablauf hätte getroffen werden müssen. Erst danach wird der nächste Abschnitt sichtbar.
Ein Screenshot nach einer großen Bewegung ist kein vollständiger Testfall. Er zeigt nicht, welche Alternativen vorher sichtbar waren, ob der Einstieg tatsächlich ausgelöst worden wäre oder welche Ausführung möglich gewesen wäre.
Pro möglicher Situation wird mindestens dokumentiert:
- Zeitpunkt und vorab bekannter Kontext;
- erfüllt oder nicht erfüllt: Setup;
- erfüllt oder nicht erfüllt: Trigger;
- geplante Order, InvalidierungInvalidierung Die Invalidierung ist der vorab benannte, beobachtbare Punkt, an dem eine Handelsidee nicht mehr zutrifft – unabhängig vom Kontostand. und Größe;
- Entscheidung „nehmen“ oder „auslassen“;
- Grund für jede Abweichung;
- Ergebnis nach der unveränderten Exitregel;
- Gebühren- und Slippageannahme.
Auch ausgelassene Situationen gehören in das Protokoll. Werden nur gelungene Beispiele gespeichert, lässt sich nicht erkennen, wie häufig Regeln unklar waren oder ein Signal im Ablauf gar nicht verfügbar gewesen wäre.
Entwicklung und Kontrolle trennen
Ein Teil der historischen Daten kann genutzt werden, um unklare Begriffe zu erkennen und eine Regelversion zu entwickeln. Danach wird die Version eingefroren. Ein anderer, bis dahin nicht zur Anpassung verwendeter Abschnitt dient als Kontrollstichprobe.
Wenn die Regel nach einem Kontrolllauf erneut verändert wird, entsteht eine neue Version und sie benötigt erneut unabhängige Beobachtungen. Diese Trennung reduziert die Gefahr, dass das Regelwerk nur an bereits bekannte Beispiele angepasst wird. Sie beseitigt Auswahl-, Daten- und Modellrisiken jedoch nicht.
Was ein Ergebnis nicht aussagt
Historische und hypothetische Ergebnisse hängen von Datenqualität, Auswahlzeitraum, Ausführungsannahmen, Kosten und Regelinterpretation ab. Ein kurzer günstiger Abschnitt ist kein Nachweis eines dauerhaften Vorteils. Ein ungünstiger Abschnitt erklärt ebenfalls nicht automatisch, welcher Baustein ursächlich war.
Übung: fünf chronologische Fälle
Wähle eine bereits schriftlich definierte Hypothese und bearbeite fünf aufeinanderfolgende mögliche Situationen. Überspringe keinen Fall wegen seines späteren Ergebnisses. Markiere anschließend ausschließlich:
- Welche Regel war eindeutig?
- Wo waren zwei Auslegungen möglich?
- Welche notwendige Information fehlte?
- Wurde eine No-Trade-Bedingung eingehalten?
- Welche einzelne Definition muss vor einer neuen Version präziser werden?
Berechne aus fünf Fällen keine erwartbare Rendite. Das Ziel der Übung ist eine reproduzierbarere Regel, nicht eine Verkaufs- oder Erfolgsbehauptung.
Erhöhtes Risiko
Risikohinweis und Zweck dieses Inhalts
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- Verlustrisiko. Der Handel mit Finanzinstrumenten kann zu erheblichen Verlusten führen. Bei gehebelten Produkten kann der Verlust ein Vielfaches des eingesetzten Betrags erreichen und über den Einsatz hinausgehen.
- Keine Erfolgszusage. Kein Inhalt auf dieser Seite behauptet eine Trefferquote, einen Erwartungswert oder eine erreichbare Rendite. Beobachtungen aus der Vergangenheit belegen keine künftige Wertentwicklung.
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